Was sagt mir das Gütesiegel?

Es gibt eine Fülle von Gütesiegeln, die Schadstofffreiheit versprechen. Hier sind die wichtigsten bzw. häufigsten gefasst. Wenn es möglich ist, steht der genaue Prüfumfang bei der Beschreibung der Siegel dabei.

Grundsätzlich aber gilt: besser ein Spielzeug mit Siegel als eines ohne!

Folgende Siegel finden Sie hier:

zusammenfassung gütesiegel

Allgemeine Gütesiegel

CE-Kennzeichnung

Die CE-Kennzeichnung wird vom Hersteller selbst angebracht. Er bescheinigt damit, dass er alle gesetzlichen Normen erfüllt hat. Es muss auf jedem Spielzeug angebracht sein, dass in der EU verkauft wird.

Die CE-Kennzeichnung ist keine unabhängige Qualitätsauszeichnung. Ob die gesetzlichen Vorgaben wirklich eingehalten wurden oder nicht ist dadurch nicht ersichtlich.

 

Geprüfte Sicherheit

Das GS-Zeichen ist ein staatlich geregeltes Gütesiegel für Spielzeug. Es wird von staatlich zertifizierten unabhängigen Prüfstellen wie z.B. den TÜVs vergeben. Die Vergabekriterien für das GS-Zeichen sind für einzelne Spielzeuggruppen unterschiedlich. Allgemein müssen die Spielzeuge bei der Schadstoffprüfung die gesetzlichen Regeln einhalten, vor allem die DIN EN 71-3 und 9 und die Bedarfsgegenständeverordnung.

Über die gesetzlichen Vorgaben hinaus werden außerdem 16 polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) abgeprüft. Die Zentralstelle der Länder für Sicherheitstechnik ist dabei die verantwortliche Behörde, die auch die Prüfkriterien festlegt. Abhängig davon, wie intensiv der Kontakt mit Spielzeugmaterial gelten unterschiedliche Grenzwerte. Die Tabelle HIER fasst diese zusammen.

Da das GS-Zeichen sich zum ganz überwiegenden Teil an die gesetzlichen Vorgaben orientiert, gelten die gleichen Mängel für das GS-Zeichen wie für die gesetzlichen Vorgaben. Bis 2013 gibt es für sehr viele Giftstoffe keine Grenzwerte.

TÜV Rheinland ProofDer TÜV Rheinland ist eine der größten  weltweiten Prüfungsunternehmen. Er ist auf allen fünf Kontinenten tätig. Dementsprechend bietet er auch eine breite Palette an Dienstleistungen an. Es gibt sehr viele Siegel, die der TÜV Rheinland vergibt u.a. das TÜV Rheinland Proof und das LGA Siegel. Da es sich um private Prüfsiegel handelt, bestimmt der TÜV Rheinland die Kriterien. 

Beispielsweise hat ÖKO-TEST in der Juli-Ausgabe 2011 10 Puzzlematten vor allem aufgrund stark erhöhter Formamid-Werte als ungenügend bewertet. Vier dieser Matten trugen ein Zertifikat des TÜV Rheinland. Der TÜV hatte die Matten zwar auf bestimmte Schadstoffe untersucht, aber eben nicht auf das fortpflanzungsschädliche Formamid.

Hier ist eine Übersicht der Siegel, die der TÜV Rheinland vergibt. Auf der Seite des TÜV Rheinland finden sich auch allgemeine Erklärungen zu den einzelnen Siegeln. Hier finden sich allgemeine Informationen zur Bewertung von Spielzeug.

Die Prüfkriterien orientieren sich bei der Schadstoffprüfung meistens an dem GS-Zeichen. 

Spiel gut

Das Spiel gut Siegel wird von einem Arbeitsausschuss vergeben, der überwiegend ehrenamtlich arbeitet. Der pädagogische Spielwert steht im Vordergrund. Das Siegel erhalten nur Spielzeuge, die für Kinder sinnvoll und empfehlenswert sind. Genauere Informationen sind hier zu finden. Eine Schadstoffprüfung wird nicht vorgenommen, was der Verein auch nicht leisten kann. Sie verlangen aber detaillierte Informationen über die Erfüllung aller gesetzlichen Vorgaben. Seit Juli 2005 wird das Siegel nicht mehr an Spielzeuge aus PVC vergeben. Allerdings werden die vor Juli 2005 bereist vergebenen Siegel nicht nochmals geprüft. 

Der Verein führt eine Liste mit allen Spielsachen, die sie auszeichnet.

 

Textile Gütesiegel

G.O.T.S.

Die Abkürzung G.O.T.S. steht für Global Organic Textile Standard und wird von einer unabhängigen Arbeitsgemeinschaft erarbeitet. Sie besteht aus vier Mitgliedern, die selbst Naturtextilien zertifizieren: der Soil Association (England), dem Internationalen Verband der Naturtextilindustrie IVN (Deutschland), Organic Trade Association (USA) und Japan Organic Cotton Association (Japan). G.O.T.S. stellt an die gesamte Produktionskette von den Rohstoffen bis hin zum Endprodukt Anforderungen sowohl an Schadstofffreiheit als auch an Umweltschutz und soziales Verhalten der Unternehmen.

Ein Produkt muss mindestens aus 90% Naturfasern bestehen, höchstens 10% dürfen synthetische Fasern oder Viskose sein. Lediglich für Socken, Leggins und Sportbekleidung dürfen bis zu 25% synthetische Fasern eingesetzt werden. Unabhängig davon müssen insgesamt mindesten 70% der Fasern von Pflanzen oder Tieren aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft (kbA oder kbT) stammen. Genetisch veränderte Organismen wie z.B. genetisch modifizierte Baumwolle sind tabu.

Schwermetallhaltige Farben dürfen nicht verwendet werden. Nur Kupfer darf in bestimmten Farben in geringen Mengen enthalten sein. Krebserregende, erbgutschädigende oder fortpflanzungsgefährdenden Stoffe dürfen nicht eingesetzt werden.

Den genauen Wortlaut des Standards finden Sie hier.

Das Siegel ist vertrauenswürdig und zeichnet eine sehr hohe Qualität und Schadstofffreiheit aus. Leider tragen bisher nur sehr wenige textile Spielzeuge dieses Siegel.

G.O.T.S. ist vergleichbar mit dem sechseckigen "Bio-Siegel" für Lebensmittel. Aber wie auch dort die Verbandssiegel z.B. von Bioland eine noch höhere Qualität garantieren, gibt es auch bei Naturtextilien den IVN Best Standard. Der IVN ist wie oben beschrieben Mitglied der G.O.T.S.-Arbeitsgemeinschaft und hat den Standard federführend mitgestaltet. Der IVN Best ist der strengste Standard für Naturtextilien. Weitere Infos darüber finden Sie hier.

Allerdings sind uns keine Spielzeuge bekannt, die nach dem IVN Best zertifiziert sind. 

 

Ökotext Standard 100

Der Öko-Tex Standard 100 prüft die Textilien auf einen genau definierten Katalog von Schadstoffen. Umwelt- und soziale Aspekte spielen dabei grundsätzlich keine Rolle. Der Prüfkatalog, der hier abgerufen werden kann, enthält die gängigen Schadstoffe.

Die Kriterien sind deutlich weniger streng als bei G.O.T.S. Der Umfang der Schadstoffprüfung hängt ganz von den Textilien ab. In der Kategorie Babys – hierunter fallen alle Produkte für Babys und Kinder unter 3 Jahren – wird am strengsten geprüft. Dem Siegel selbst sieht man die Kategorie nicht an. Aber selbst in der Kategorie Babys wird nur eine kleine Auswahl an Giftstoffen abgeprüft. So werden bei den Phthalaten außer für Babyartikel nur 4 der schädlichen Substanzen untersucht. Auch gibt es nicht für alle schädlichen Schwermetalle wie z.B. Bor Grenzwerte oder für das giftige Insektizid Permethrin, womit Wolle zum Schutz vor Motten und Käfern ausgestattet wird. Permethrin wird u.a. als Nervengift verwendet.

Auch wenn nicht alle Aspekte abgeprüft werden, so ist es trotzdem besser ein Spielzeug mit diesem Siegel zu kaufen als ohne.

Der blaue Engel

Der blaue Engel zeichnet Produkte aus, die Naturfasern aus biologischem Anbau verwenden und frei von Duftstoffen, Flammschutzmitteln oder optischen Aufhellern sind.

Darüber hinaus werden sie auf weitere Schadstoffe getestet. Hier sind die genauen Vergabekriterien zu finden. Außerdem werden dort alle ausgezeichneten Produkte angezeigt.

Leider gibt es noch kein textiles Spielzeug, das mit dem blauen Engel ausgezeichnet ist.  


Gütesiegel für Holzspielzeug

Der blaue EngelDer blaue Engel zeichnet Produkte aus, die frei von synthetischen Duftstoffen, Flammschutzmitteln und Holzschutzmitteln sind und Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaf verwenden.

Darüber hinaus werden sie auf weitere Schadstoffe geteste. Hier sind die genauen Vergabekriterien zu finden. Außerdem werden dort alle ausgezeichneten Produkte angezeigt.

Leider gibt es noch kein Holzspielzeug, das mit dem blauen Engel ausgezeichnet ist.     


Gütesiegel für elektronisches Spielzeug

Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik e.V. v

Der Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik e.V. vergibt dieses Siegel. Es zeichnet elektronische Sicherheit bei sachgemäßem Gebrauch aus. Schadstoffe oder pädagogische Kriterien werden nicht berücksichtigt.

 

 

 

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